Stream
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Vortragsreihe
Von der Saarabstimmung 1955 bis zur
„Kleinen Wiedervereinigung“ 1957
Am 23. Oktober 1955 entschied sich eine Mehrheit der Saarländerinnen und Saarländer gegen das sog. Saarstatut, das ein Jahr zuvor durch die Regierungen Frankreichs und Deutschlands ausgehandelt wurde. Zwar wurde die Ablehnung allgemein so verstanden, dass ein Beitritt zur Bundesrepublik gewünscht war, jedoch gab es dazu keine Regelungen. Es musste neu verhandelt werden. Der Prozess der Wiedervereinigung erfolgte in zahlreichen kleinen Schritten und nicht über Nacht. Die Vortragsreihe beleuchtet einerseits die übergeordneten Aspekte wie die Deutsch-Französischen Beziehungen oder die wirtschaftliche Eingliederung in die Bundesrepublik, wird aber auch die Auswirkungen auf Arbeiterinnen und Arbeiter, Kunst und Umweltfragen aufzeigen.
Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes, dem Historischen Museum Saar, der Universität des Saarlandes, dem Pariser Büro des Saarlandes sowie dem Deutschen Historischen Institut in Paris statt.
Die bisherigen Vorträge finden Sie hier…
Salvatore Pisani
Städtebau als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
Zum Wiederaufbau des Saarlands 1945–1955
in Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes und dem Historischen Museum Saar
29.10.2026 | 18:00 Uhr | Historisches Museum Saar (Schlossplatz 15 | 66119 Saarbrücken)

Der Militärgouverneur des Saarlandes Gilbert Grandval sprach 1947 die Hoffnung aus, dass „der Genius der Städtebauer auf immer die Bande webt, die Saarland und Frankreich einen“ werden. Ausgehend von dieser Aussage, die vor dem Hintergrund der europäischen Ruinenlandschaft des Zweiten Weltkrieges formuliert wurde, fragt der Vortrag nach den Möglichkeiten und Grenzen mittels Architektur und Städtebau Gemeinschaft (wieder)herzustellen und politische Brüche zu reparieren. Es werden die französischen Stadtbauprojekte für Saarbrücken, Saarlouis und Neunkirchen betrachtet, die dem funktionalen Urbanismus verpflichtet waren. Diesem hatte Le Corbusier in der Charte d’Athènes kurz zuvor ein für den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit enorm einflussreiches Manifest gewidmet. Dessen Kernprogramm sah den Bruch mit der Geschichte als Basis einer allgemeinen gesellschaftlichen Erneuerung vor. Auf saarländischer Seite kam es zu einer Ablehnung dieser Projekte, weil man die zerbombten Städte nicht zum Labor der Moderne machen und mithin eine weitere soziale Disruption riskieren wollte. Französische Architekten und saarländische Baubehörden gerieten darüber in heftigen Konflikt – dessen Verlauf trotz oder gerade wegen des Zerwürfnisses als Übergang von einer macht- in eine regelbasierte Ordnung beschreibbar wird.
Salvatore Pisani ist Privatdozent für Kunst- und Architekturgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, zuvor bis 2019 an der Universität des Saarlandes. Die Hauptarbeitsgebiete liegen in der französischen und italienischen Kunstgeschichte seit der Frühen Neuzeit.
Jüngere Interessen in Forschung und Lehre gelten der Stadtbaugeschichte und der Transformation des öffentlichen Raums vom 19. bis 21. Jahrhundert. Kunstgeschichte wird in der Überzeugung betrieben, dass man Grundprobleme der Moderne neu und fruchtbar im Tiefenraum der Geschichte verhandeln kann, nicht zuletzt weil dieser einen starken Begriff des Humanums als einem genuin Sozialen birgt.
Bitte beachten Sie das neue Datum (29.10.2026) des Vortrags!
Gabriele Clemens
Aufbruch in die Moderne
Das Saarlandmuseum
in Kooperation mit der Staatskanzlei des Saarlandes und dem Historischen Museum Saar
24.09.2026 | 18:00 Uhr | Historisches Museum Saar (Schlossplatz 15 | 66119 Saarbrücken)
Bitte beachten Sie das neue Datum (26.11.2026) des Vortrags!